Governance und Abweichungen
Abweichungen der AKDB-Produkte vom Design System
Grundsatz: Konsistenz mit kontrollierter Flexibilität
Die Verwendung identischer Interaktionsmuster ist für alle AKDB-Webprodukte verbindlich, um eine einheitlich intuitive Bedienung sicherzustellen. Dies müssen die einzelnen UX-Architekten verantworten und einschätzen.
- Einheitliche Basis: Alle Produkte sollen auf einer gemeinsamen, zentralen Basis aufbauen. Das Ziel ist eine konsistente und vertrauenswürdige Nutzererfahrung (User Experience) sowie eine einheitliche Corporate Identity.
- Gezielte Ausnahmen: Gleichzeitig sind gezielte Abweichungen unter den in Punkt “1. Kleinere Abweichungen (ohne formale Freigabe)”, “2. Größere Abweichungen (mit formaler Freigabe)” beschriebenen Voraussetzungen möglich.
1. Kleinere Abweichungen (ohne formale Freigabe)
Kleinere, produktspezifische Anpassungen sind erlaubt, solange sie den Kernprinzipien des Design Systems (z. B. Basiskomponenten, grundlegende Prozesse, Konsistenz) treu bleiben. Das allgemeine Erscheinungsbild (Look & Feel) und die Nutzerführung müssen produktübergreifend einheitlich bleiben.
Für folgende Abweichungen ist keine formale Freigabe nötig:
- Optimierte Anordnung: Anpassungen bei der Anordnung von Komponenten innerhalb lokaler vordefinierter Bereiche ohne Muster oder Seitentypen signifikant zu ändern.
- Fachbereich spezifisches Vokabular: Verwendung von Fachbereich spezifischem Vokabular, um für Nutzer Informationen besser kommunizieren zu können.
Prozess: Eine kurze Abstimmung mit dem zuständigen UX-Architekten genügt. Dies sichert eine agile Umsetzung und vermeidet unnötige Bürokratie.
Mini-Checkliste vor dem Go
- Nutze ich nur vorhandene Tokens/Varianten ?
- Bleibt A11y mindestens gleich gut (Tastaturbedienung und Fokus, Verständlichkeit und vorhersehbares Verhalten, Kontrast bei abweichender Farbtoken Verwendung)?
- Beschränkt sich die Abweichung auf einen begrenzten lokalen Anwendungsbereich und bildet somit keinen neuen Standard , der sich auf die ganze Anwendung ausbreiten kann?
2. Größere Abweichungen (mit formaler Freigabe)
Größere Abweichungen vom Design System erfordern einen formalen Freigabeprozess.
Folgende Abweichungen sind grundsätzlich zu vermeiden :
- Änderungen an grundlegenden Interaktionsmustern.
- Anpassungen am Branding oder Theming.
- Neue Komponenten/Varianten/Interaktionsmuster erfinden (z. B. eigener Datepicker).
- Inkonsistente visuelle Anpassungen von Design-Tokens (z. B. Eckenradien).
- Navigation/Informationsarchitektur ändern.
- Neue Icon-Sets einführen
- Anpassungen von Styles oder Funktionen von Design System Komponenten in Figma oder der Implementierung
- Änderungen, die nur auf persönlichen Vorlieben von Designern oder Stakeholdern basieren.
WARNING
⚠️ Aufnahme in das Design System prüfen
Bevor eine größere Abweichung vom Design System erfolgen soll, ist zu prüfen ob eine Aufnahme in das Design System möglich ist. Hierzu kann eine Contribution stattfinden oder eine Anforderung eingereicht werden. Wenn es sich nur um eine temporäre Umsetzung im Fachbereich handelt kann auch der Fastlane Prozess greifen.
Folgende Änderungen erfordern eine Freigabe :
- Signifikante Abweichungen bzgl. Layout und Verhalten von den etablierten Seitentypen und den Mustern wie z.B. der Navigation, Master Detail Pattern sowie den Formular Layout Guidelines.
- Die Einführung neuer, hochspezialisierter Komponenten durch Selbstentwicklung eines Fachbereichs (z.B. Eigenentwicklung einer flexiblen Listen Komponente zum Scrollen durch Elemente) oder die Einführung neuer Drittanbieter-Komponenten durch einen Fachbereich (z.B. Verwendung einer Open Source Library für Organizational Charts).
Prozess für die Freigabe:
- Begründung: Die Notwendigkeit der Abweichung muss klar und nachvollziehbar begründet werden (z. B. durch besondere Nutzeranforderungen, technische Restriktionen).
- Prüfung & Freigabe: Die Prüfung und Freigabe erfolgen in Abstimmung mit den UX-Architekten und dem Design-System-Team bevor eine Entwicklung im Produkt stattfindet.
- Dokumentation: Jede genehmigte Abweichung wird vom jeweiligen Produktteam in deren GUI Framework dokumentiert und als Abweichung ausgewiesen. Die Links zu den GUI Frameworks sind unter Produktspezifische GUI Frameworks dokumentiert.
WARNING
⚠️ Hinweis zu Abweichungen
Abweichungen, die nur in einem einzelnen Produkt umgesetzt werden und nicht als allgemeingültige Lösung im Design System zentralisiert werden, lassen sich später nur schwer in das DS überführen. Sie werden daher nicht zentral gewartet . Das jeweilige Produktteam trägt die volle Verantwortung für Pflege, Weiterentwicklung und Kompatibilität.
Umgang mit ganzen Drittanbieter Anwendungen
Sollen komplette Drittanbieter Anwendungen wie z.B. ein Bewerbermanagement Verfahren in ein Produkt integriert werden, ist dies über das jeweilige Produktmanagement zu Entscheiden. Beim Styling von Drittanbieter-Tools ist der visuelle Bruch mit dem Design System so gering wie möglich zu halten. Durch den anderen technischen Aufbau ist einen 1 zu 1 Umsetzung häufig nicht möglich.